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Hämatologie

Das multiple Myelom (eine progressive hämatologische Erkrankung oder «Blutkrankheit») ist eine Krebserkrankung der Plasmazellen, die als wichtiger Bestandteil des Immunsystems der Produktion von Antikörpern dienen. Diese Antikörper wehren Infektionen und Krankheiten ab. Die Krankheit ist durch eine übermässige Zahl von abnormen Plasmazellen im Knochenmark und eine Überproduktion intakter monoklonaler Antikörper gekennzeichnet. Zu den häufigsten klinischen Manifestationen des multiplen Myeloms zählen die Hypercalcämie (erhöhter Kalziumspiegel im Blut), Anämie (verminderte Anzahl roter Blutkörperchen), Nierenschäden, erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Infekte sowie eine gestörte Produktion von normalen Antikörpern. Weltweit leben ungefähr 100 000 Menschen mit dieser Krankheit und pro Jahr werden schätzungsweise 50 000 neue Fälle diagnostiziert.

Die Wahl der Ersttherapie hängt davon ab, ob der Patient noch gesund genug ist, sich einer hoch dosierten Chemotherapie mit anschliessender Stammzellentransplantation zu unterziehen. Patienten, die nicht für eine Transplantation in Frage kamen, wurden bisher gewöhnlich mit Melphalan und Prednison behandelt. Für Transplantationskandidaten gehört die Verabreichung von Thalomid (hergestellt von Celgene) und Dexamethason zur Standardbehandlung.

In den vergangenen drei Jahren wurden auf diesem Gebiet durch die Lancierung neuer Wirkstoffe, wie z. B. Takedas Velcade und Celgenes Revlimid, enorme Fortschritte erzielt, die zu einer Erhöhung der Ansprech- und Überlebensraten bei gleichzeitiger Verringerung der Nebenwirkungen geführt haben.

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