Höhere Heilungschancen durch genetische Medizin

Unter genetischer Medizin ("genetic medicines" versteht man Wirkstoffe, die entweder von ihrem biologischen Aufbau genetischen Ursprungs sind oder von ihrem Wirkprofil auf die Genetik abzielen. Der Anteil der Portfoliofirmen von BB Biotech, die sich mit diesem Wachstumsthema befassen, wächst laufend. Eine erste Position wurde 2018 aufgebaut, als sich die Wirksamkeit des Gentherapieansatzes zur Behandlung der X-Chromosomalen Myotubuläre Myopathie der US-Firma Audentes abzeichnete.

Eine genauere Diagnose ist die Grundlage für die Entscheidung, welche Personen für eine Behandlung in Frage kommen. Dank der Fortschritte in der molekularen Diagnostik lassen sich für solche Analysen immer mehr Biomarker nutzen. Dabei handelt es sich um biologische Merkmale, mit denen sich der Zellstoffwechsel untersuchen oder eine Veränderung im Erbgut analysieren lässt. In der Krebsmedizin gilt es dabei herauszufinden, bei welchen Patienten bestimmte Genmutationen vorkommen, die das Wachstum von Tumorzellen auslösen.

Je nach Testergebnissen wird eine Therapie festgelegt, die auf individuelle Eigenschaften besonders gut ansprechen soll. Für Patienten bedeutet das höhere Heilungschancen und weniger Nebenwirkungen. Die ersten marktreifen Arzneien im Rahmen der genetischen Medizin kamen für die Behandlung von Krebs auf den Markt. Die Onkologie stellt auch weiterhin den grössten Anteil an marktreifen Produkten und klinischen Kandidaten. Gleichwohl kommen die neuen Medikamente immer mehr in anderen Indikationen zum Einsatz. In erster Linie zu nennen sind hier die erblich bedingten seltenen Erkrankungen, aber auch Stoffwechselstörungen, Autoimmunerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zukunftsmärkte von Morgen

Für die Medikamentenentwicklung bedeutet das: Die Patientenpopulationen werden kleiner, der medizinische Nutzen dafür grösser. Gerade die Biotechfirmen profitieren von den Fortschritten in der genetischen Medizin. Weil immer mehr Produkte wegen ihres starken Innovationscharakters eine Breakthrough Designation erhalten, erleichtern und verkürzen sich die regulatorischen Verfahren bis zur Zulassung. Zugleich verringert sich mit der kleineren Patientenzahl, die für die klinischen Studien benötigt wird, der finanzielle Aufwand. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass Biotechfirmen die kleineren Zielgruppen für die Produkte zu überschaubaren Kosten mit einem eigenen Vertriebsteam angehen können.

Wegen der passgenauen Wirkung lassen sich mit diesen Produkten höhere Preise erzielen. Gerade bei den Krebstherapien erwarten Branchenexperten für die nächsten Jahre deutlich steigende Erlöse. Bisher sind in den USA und in der EU je vier Gentherapieprodukte zugelassen. Insgesamt werden weltweit rund 2800 Substanzen klinisch getestet. Die Behandlung, die in der Regel mit einem längeren stationären Aufenthalt verbunden ist und das Potenzial für eine vollständige Heilung aufweist, hat ihren Preis. Spitzenreiter ist Zolgensma, eine einmalige Gentherapie gegen die spinale Muskelatrophie, welche eine dauerhafte Heilung herbeiführen kann, mit Behandlungskosten von USD 2.1 Mrd.

Für die Firmen wird es in Zukunft darauf ankommen, bei der Preisfindung den aussergewöhnlichen medizinischen Nutzen ihrer Produkte unter Beweis zu stellen – und das immer häufiger im Hinblick auf eine temporäre oder völlige Heilung. Zugleich gilt es die politische Debatte um die Deckelung der Gesundheitskosten im Auge zu behalten. Gerade bei den Gentherapien gegen monogenetische Erkrankungen ist zu erwarten, dass sich das „Pay for Performance“-Modell durchsetzen wird. Dabei ist die völlige Kostenerstattung an den wie auch immer definierten Behandlungserfolg gekoppelt. Eine Variante ist die auf mehrere Etappen verteilte Zahlung.

Gentherapieunternehmen im Portfolio von BB Biotech

4.2%

Agios Pharmaceuticals

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Agios Pharmaceuticals

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Die zwei am weitesten fortgeschrittenen Onkologieprogramme von Agios Pharmaceuticals zielen auf Mutationen in den Isocitrat-Dehydrogenasen 1 und 2 (IDH1- und IDH2-Enzymkomplexe) ab, die bei hämatologischen Malignomen und soliden Tumoren anzutreffen sind. Versuchsdaten zum IDH2-Inhibitor Idhifa (AG-221) konnten überzeugen. Mit Blick auf die hohe Ansprechrate und den genau definierten Patientenkreis, der von dem Wirkstoff profitierte, genehmigte die Zulassungsbehörde im August 2017 ein beschleunigtes Zulassungsverfahren. Wir schätzen das globale Marktpotenzial von Idhifa in akuter myeloischer Leukämie (AML) auf USD  750  Mio. Celgene besitzt die weltweiten Rechte an Idhifa und Agios wird Meilensteinzahlungen und schätzungsweise 15% Lizenzgebühren auf den Umsatz erhalten. Daten zum IDH1-Inhibitor AG-120 bei AML waren ebenfalls aussichtsreich und das Produkt wurde im Juli 2018 zugelassen. Die Ergebnisse zu AG-120 bei seltenen soliden Tumoren waren nicht so überzeugend wie gehofft. Wir sehen für diese Indikationen trotz der kontinuierlichen Weiterentwicklung wenig Umsatzpotenzial. Schliesslich entwickelt das Unternehmen noch AG-348, ein neues Präparat zur Behandlung des Pyruvatkinase-Mangels, für das überzeugende Daten zum Machbarkeitsnachweis vorgelegt wurden, und Phase-III-Studien werden derzeit durchgeführt.

1.5%

Akcea Therapeutics

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Akcea Therapeutics

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Akcea ist ein Spin-off von Ionis Pharmaceuticals und entwickelt Antisense-Wirkstoffe zur Behandlung seltener und schwerer Krankheiten. Sein führendes Produkt Tegsedi wurde Ende 2018 zur Behandlung von Patienten mit hereditärer Transthyretin-vermittelter Amyloidose, einer seltenen Krankheit, auf den Markt gebracht. Akcea erhielt ein vollständiges Antwortschreiben (CRL) von der FDA für seinen Produktkandidaten Waylivra zur Behandlung von familiärem Chylomikronämie-Syndrom, einer seltenen Fettstoffwechselstörung, und bespricht das weitere Vorgehen mit der FDA. Das Unternehmen verfügt darüber hinaus über eine Pipeline von Lipidprodukten der nächsten Generation. Sie basieren auf der LICA-Technologie des Unternehmens, die eine niedrigere Dosierung bei höherer Wirksamkeit ermöglicht. ANGPTL3-Lrx befindet sich in einer Studie der Phase I/II bei Patienten mit seltener Hyperlipidämie. Ausserdem wird untersucht, ob der Wirkstoff auch bei Fettleberentzündungen wie NAFLD und NASH zum Einsatz kommen könnte. Akcea arbeitet gemeinsam mit Novartis an zwei LICA-Programmen für verbreitete Krankheiten, nämlich APO(a)-Lrx und APOCIII-Lrx für Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko. Ionis bleibt Mehrheitsaktionär von Akcea.

3.3%

Alnylam Pharmaceuticals

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Alnylam Pharmaceuticals

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Alnylam Pharmaceuticals ist marktführend im Gebiet der RNA-Interferenz-(RNAi-) Therapeutika. Dieser Therapieansatz ermöglicht die spezifische Blockade der Synthese bestimmter krankheitserregender Proteine. Das erste vermarktete Produkt ist Onpattro (Patisiran) zur Behandlung von Patienten mit TTR-Amyloidose, einer seltenen und schwerwiegenden Erkrankung, bei denen eine familiäre Amyloidneuropathie (FAP) diagnostiziert wurde. Onpattro wurde 2018 zugelassen. Nebst Onpattro besitzt Alnylam eine breit gefächerte Pipeline potenzieller Produkte, zu denen auch vier Programme zählen, die ein klinisches Entwicklungsstadium erreicht haben. Dazu zählen Fitusiran, das einen völlig neuen Ansatz bei der Behandlung von Hämophilie und seltenen Blutungsstörungen verfolgt, Givosiran zur Behandlung von akuten hepatischen Porphyrien sowie Lumisiran, das eine Einstufung als «Breakthrough Therapy» für Patienten mit primärer Hyperoxalurie erhalten hat. Alnylam arbeitet weiterhin mit The Medicines Company zusammen, um Inclisiran in die Studien der Phase III zu bringen. Das Unternehmen untersucht die RNAi-Störung von PCSK9 zur Behandlung der Hypercholesterinämie. Bisher sprechen die Daten für eine viertel- oder möglicherweise halbjährliche subkutane Gabe, die offensichtlich Vorteile gegenüber anderen PCSK9-Antikörperbehandlungen hat.

1.4%

Audentes

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Audentes

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Audentes ist ein auf klinischer Stufe aktiver Gentherapiespezialist mit Fokus auf seltene Krankheiten. Das Unternehmen verfügt über zwei Programme in der klinischen Entwicklungsphase und zudem über eigene GMP-zertifizierte, grosstechnische Fertigungskapazitäten. Der Leitwirkstoff AT132 befindet sich in der Phase-I/II-Studie zur Behandlung X-chromosomaler myotubulärer Myopathie (XLMTM). Der zweite Wirkstoff in der klinischen Entwicklung ist AT342, der gegenwärtig die Phase-I/II-Studie zur Behandlung des Crigler-Najjar-Syndroms (CN) durchläuft. Die Dosierung des Wirkstoffs muss jedoch erhöht werden, da erste Patientendaten bei niedrigster Dosierung nach einer Reduzierung des Endpunkts einen Rückgang zum Ausgangswert zeigten. Neben diesen zwei klinischen Produktkandidaten befinden sich zwei weitere Wirkstoffe in der vorklinischen Phase. Ausserdem arbeitet Audentes an der Entwicklung eines weiteren Wirkstoffs. In Anbetracht der bisher für seinen führenden Wirkstoff präsentierten Ergebnisse wird das Unternehmen den regulatorischen Zulassungspfad mit der FDA erörtern und die Daten vorlegen, die in unseren Augen bisher den Wirksamkeitsnachweis erbracht haben.

4.6%

Celgene

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Celgene

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Celgene ist auf onkologische und entzündliche Erkrankungen spezialisiert und weist dank Produkten wie Revlimid, Pomalyst, Otezla und der soliden Pipeline von Produkten im Frühstadium sehr starke Fundamentaldaten und positive langfristige Aussichten auf. Wir rechnen damit, dass die US-Umsätze von Revlimid bis zum Verlust der Exklusivitätsrechte im Zeitraum 2024/25 dank der erhöhten Prävalenz, Verbreitung und Dauer der Behandlung weiterhin wachsen werden. Durch die Übernahme von Receptos wurde die Entzündungs- und Immunologie-Franchise über Otezla hinaus durch den Zugang zu Ozanimod erweitert. Wir erwarten die Zulassung von Ozanimod zur Behandlung von multipler Sklerose zum Jahresende, während die klinischen Studien zum Einsatz des Wirkstoffs bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen fortgeführt werden. Durch die Akquisition von Juno im Jahr 2018 und die strategische Zusammenarbeit mit Bluebird hat sich Celgene zu einem führenden Unternehmen im CAR-T-Bereich entwickelt. Im Januar 2019 haben Bristol-Myers Squibb und Celgene einen endgültigen Fusionsvertrag bekanntgegeben. Demnach wird Bristol-Myers Squibb Celgene in einer Bar- und Aktientransaktion für rund USD 74 Mrd. übernehmen. Mit einem Abschluss der Transaktion wird im 3. Quartal 2019 gerechnet.

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Crispr Therapeutics AG

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Crispr Therapeutics AG

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Crispr Therapeutics AG ist eine Beteiligungsgesellschaft, deren operatives Geschäft hauptsächlich in Boston, MA, stattfindet. Das Unternehmen entwickelt hauptsächlich transformative, gentechnische Arzneimittel für schwere Krankheiten und setzt dabei seine Plattform Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats (CRISPR)/Cas9 für die Genom-Editierung ein. CRISPR/Cas9 ist programmierbar, um in Verbindung mit Erkrankungen Desoxyribonukleinsäure (DNA) der Patientenzelle zu schneiden, editieren und korrigieren. Die Stelle, an der die Cas9-Molekülschere die zu bearbeitende DNA schneidet, wird durch die Führungs-Ribonukleinsäure (RNA) vorgegeben, die aus einer crRNA-Komponente und einer tracrRNA-Komponente besteht, die einzeln oder gemeinsam als einzelne Führungs-RNA vorhanden sind. Das Unternehmen hat Geschäftsbetriebe in London, dem Vereinigten Königreich sowie einen Forschungs- und Entwicklungsbetrieb in Cambridge (USA). Unter den CRISPR-Unternehmen nimmt CRISPR Therapeutics eine Sonderstellung ein, da es als erstes Unternehmen (gegen Ende 2018) in die Klinik vorgedrungen ist und den Schwerpunkt auf Anwendungen ex vivo legt. CTX-001 befindet sich in Europa für die transfusionsabhängige Beta-Thalassämie und in den USA für die Sichelzellanämie in der klinischen Anwendung (Gewinnbeteiligung von VRTX bei beiden Programmen). CRISPR Therapeutics ist das einzige Gen-Editierungsunternehmen, das alle Rechte für seine allogenen CAR-T-Programme behalten hat. Es hat speziell CD19, BCMA und CD70 als initiale Ziele im Auge und kommt Anfang 2019 in die Klinik. Darüber hinaus wurde unter dem Namen Casebia ein Joint Venture mit Bayer mit dem Schwerpunkt auf In-vivo-Anwendungen gegründet (Bereitstellung von USD 300 Mio. durch Bayer) sowie ein Abkommen für regenerative Arzneimittel mit ViaCyte zur Entimmunisierung seiner künstlichen Bauchspeicheldrüse durch Gen-Editierung geschlossen.

0.7%

Homology Medicines

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Homology Medicines

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Homology ist ein Unternehmen für genetische Arzneimittel. Es besitzt eine firmeneigene Plattform auf der Basis von AAV-Vektoren, die von menschlichen CD34+-Zellen abstammen (AAVHSC) (FIXX besitzt 15 verschiedene Kapside). Laut Sequenzanalyse gehören die AAVHSC zur Klade F, die auch AAV9 beinhaltet. Das Unternehmen baut gerade eine Pipeline für die Gentherapie und die Gen-Editierung auf der Basis dieser Technologie auf, die sie in Lizenz von City of Hope übernommen hat. Man nimmt an, dass die Vektoren weniger immunogen sind, einen natürlichen Tropismus für das gewünschte menschliche Gewebe aufweisen und hinsichtlich der homologen Rekombination effizienter sind. Das Hauptprogramm ist HMI-102, ein AAVHSC8-Vektor, der das menschliche Gen für Phenylalanin-Hydroxylase (PAH) sowie einen leberspezifischen Promoter enthält und für Patienten mit klassischer Phenylketonurie (PKU) (Phe > 1.200 µmol/l) entwickelt wurde. PKU ist eine angeborene Stoffwechselstörung, bei der Mutationen des PAH-Gens dazu führen, dass Phe nicht verstoffwechselt werden kann, wodurch es zu schweren neurologischen Beeinträchtigungen kommen kann. Präklinische Modelle am bewährten und kommerziell validierten ENU2-Mausmodell haben vielversprechende Daten ergeben, die das Unternehmen veranlasst haben, 2019 eine Machbarkeitsstudie der Phase I/II zu beginnen. Erste Daten zur Machbarkeit werden für Ende 2019 erwartet. Das erste Gen-Editierungsprogramm HMI-103 nutzt den gleichen Träger (AAVHSC) wie sein Gentherapie-Verwandter HMI-102, enthält jedoch keinen Promotor und flankiert das Transgen durch zwei Homologie-Arme, um die Integration des Transgens in eine bestimmte Region durch homologe Rekombination zu bewirken. Dies stellt einen inhärenten Sicherheitsvorteil gegenüber anderen Gen-Editierungstechnologien dar, die Einzel- oder Doppelstrangbrüche in der Patienten-DNA durch Schnitte mit Hilfe einer Endonuklease (Cas9 oder Fok-I) erzeugen müssen, die hauptsächlich fehleranfällige nicht-homologe Endverknüpfungen (NHEJ) zur Reparatur einleiten und ein höheres Risiko für fehlerhafte Schnitte und Zieleffekte (große Genom-Neuanordnungen oder Deletionen) aufweisen. Der Nachteil ist die geringere Editierungseffizienz aufgrund des fehlenden Endonuklease-Schnitts.

8.2%

Incyte

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Incyte

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Der Schwerpunkt von Incyte liegt auf hämatologischen und entzündlichen Erkrankungen sowie Krebs. Das Produkt im Markt ist Jakafi, ein oraler JAK-2-Hemmer, der die Zulassung zur Behandlung von Patienten mit Myelofibrose (MF) und Polycythaemia vera (PV) in den Jahren 2011 bzw. 2014 erhalten hat. Wir schätzen das Marktpotenzial für MF und PV in den USA und Europa auf mehr als USD 3 Mrd. Auch die Phase-III-Studien zu Graft-versus-Host-Disease (GvHD) laufen weiter und könnten Incyte im Falle einer Zulassung im Jahr 2019 einen zusätzlichen Umsatz von über USD 500 Mio. bescheren. Im November 2009 hat Novartis die ehemaligen US-Rechte an Jakafi lizenziert. Der JAK-2-Hemmer Baracitinib der zweiten Generation hat in mehreren Phase-III-Studien für rheumatoide Arthritis positive Ergebnisse gezeigt und das Medikament mit Handelsnamen Olumiant wurde im Jahr 2018 zugelassen. Incyte erhält Lizenzgebühren von seinem Partner Eli Lilly. Darüber hinaus werden weitere Fortschritte bei anderen Krebsmitteln in der Pipeline wie dem FGFR-Inhibitor zur Behandlung des Cholangiokarzinoms und Blasenkrebs und dem c-MET-Inhibitor bei Lungenkrebs erzielt.

13.2%

Ionis Pharmaceuticals

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Ionis Pharmaceuticals

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Ionis Pharmaceuticals ist in der Antisense-Therapie führend und erforscht über 40 Wirkstoffkandidaten mit dieser Technik. Antisense ermöglicht die Steuerung der Proteinbildung durch gentechnische Verfahren. Unser Hauptaugenmerk und unsere Investmentstrategie kreisen um die Technologieplattform, die erhebliche Fortschritte gemacht hat. Nach zwei positiven Phase-III-Studien wurde Spinraza (gemeinsam mit Biogen ent- wickelt) Ende 2016 für die Behandlung der spinalen Muskelatrophie zugelassen und die Markteinführung verlief erfolgreich über das ganze Jahr 2017 und 2018 hinweg. Tegsedi (gemeinsam mit Akcea entwickelt) wurde 2018 zur Behandlung von Patienten mit durch hereditäre Transthyretin-vermittelte Amyloidose verursachter Polyneuropathie in den USA und Europa zugelassen. Nun liegt unser Fokus auf den Technologien der nächsten Generation wie z.B. 2.5 und LICA. Somit stellt Ionis weiterhin eine wichtige und wirklich innovative Investition in unserem Portfolio dar.

1.9%

Moderna

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Moderna

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Moderna Therapeutics leistet Pionierarbeit in der Entwicklung einer neuen, aus mRNA bestehenden Substanzklasse. Moderna zog viel Aufmerksamkeit auf sich mit seinem rekordverdächtigen Börsengang im Dezember 2018, der zu einem Mittelzufluss von über USD 600 Mio. führte. Das Unternehmen hat einen beträchtlichen Teil der insgesamt USD 3 Mrd., die seit seiner Gründung im Jahr 2011 aufgenommen wurden, in seine inzwischen führende mRNA-Technologie-Plattform investiert, um Entwicklungskandidaten im Bereich therapeutischer und prophylaktischer Anwendungen den schnellen Eintritt in die klinische Phase zu ermöglichen. Die Pipeline von Moderna umfasst mittlerweile 21 Entwicklungskandidaten. Davon durchlaufen 10 Kandidaten, die als mRNA-basierte Impfstoffe sowie als Therapien zum Einsatz in verschiedenen Krankheitsfeldern eingesetzt werden sollen, klinische Versuche. Unserer Ansicht nach wird Moderna in den kommenden Jahren klinische Daten zu wichtigen Programmen vorlegen. Dazu zählen das Programm zur Behandlung der seltenen Lebererkrankungen MMA und PPA, die firmeneigenen Impfstoffe bei angeborener CMV und hMPV+PIV3, der intratumoral injizierte Zytokin-Cocktail OX40L+IL23+IL36 Gamma, personalisierte Krebsimpfstoffe und frühe Phase-II-Daten zur VEGF-Therapie bei aortokoronaren Bypass-Operationen.

1.7%

Myokardia

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Myokardia

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Myokardia ist eines der wenigen Biotechunternehmen, das im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen tätig ist. Schwerpunkt der Aktivitäten des Unternehmens ist die Behandlung erblicher Kardiomyopathien, eine Gruppe seltener, genetisch bedingter Erkrankungen des Herzens, die aus biomechanischen Defekten der Herzmuskelkontraktion resultieren. Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung des Pipeline-Produkts Mavacamtem, ein allosterischer Hemmer der Beta-Moysin-Funktion des Herzens, dessen Einsatz zur Behandlung der hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (oHCM oder HoCM) derzeit untersucht wird. Das Unternehmen legte Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor, die nicht nur eine direkte Verbesserung der Biomarker (Reduktion der kardialen Kontraktilität und Verringerung der Obstruktion), sondern auch einen statistisch signifikanten und klinisch relevanten Anstieg der körperlichen Belastbarkeit und eine Besserung der Symptome zeigen. Mit den Ergebnissen einer einarmigen Phase-III-Studie zur Leistungsfähigkeit und Symptomverbesserung wird 2020 gerechnet. Weitere Studien, deren Daten 2019 vorgelegt werden dürften, umfassen eine Machbarkeitsstudie für Mavacamtem zur Behandlung nicht-obstruktiver HCM und für den sich in der Entwicklungsphase befindlichen zweiten Wirkstoff (MYK-491 als Myosin-Aktivator in Zusammenarbeit mit Sanofi) zur Behandlung phänotypisch definierter Teilsegmente bei systolischem Herzversagen.

1.1%

Sangamo Therapeutics

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Sangamo Therapeutics

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Sangamo Therapeutics hat als vorherrschender und nahezu alleiniger Halter und Entwickler von geistigem Eigentum der Genomchirurgie auf der Basis von Zinkfinger-Nukleasen (ZFN) eine besondere Position inne. Eine der wichtigsten Leistungen des neuen CEO im pharmakologischen Bereich war die mehrfache Verbesserung der Selektivität der ZFN-Plattform (100 x), wodurch fehlerhafte Schnitte unter die Nachweisgrenze gedrückt werden konnten. Auf dieser Grundlage konnte das Unternehmen die erste klinische genomchirurgische Studie in vivo durchführen (MPS II). Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen über Formulierungsexpertise (erworben im Rahmen der ZNF) und geistiges Eigentum im Zusammenhang mit AAV2/6 (AAV6-Kapsid mit AAV2-Promotor/ Genom), klassische Ansätze der Gentherapie, beispielsweise bei Hämophilie A (laufende Phase I/II) oder Morbus Fabry (IND). Die erfolgreiche Entwicklung der ZFN-Plattform ist für Sangamo bei den ersten eigenen Projekten (MPS I, MPS II, Hämophilie B) und dem Einsatz dieser oder zukünftiger Generationen der ZFN bei weiteren, auf Leberalbumin gerichteten Anwendungen von entscheidender Bedeutung, wobei die Option auf Partnerprojekte (Hämophilie A mit Pfizer, Zusammenarbeit bei Ex-vivo-Projekten mit Bioverativ und Kite, Genregulierung-ZFP ohne Nukleasen mit Shire und Pfizer) erhalten bleibt.

6.3%

Vertex Pharmaceuticals

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Vertex Pharmaceuticals

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Schwerpunkt von Vertex Pharmaceuticals ist die zystische Fibrose. 2012 wurde der CFTR-Potentiator Kalydeco in den USA und in Europa für eine Untergruppe von Patienten mit zystischer Fibrose zugelassen. Trotz der anfänglichen Beschränkung des Marktpotenzials auf ca. 5% der Patientenzahlen sind wir der Meinung, dass der Umsatz durch die Einbeziehung weiterer kleiner Patientenpopulationen in den zugelassenen Indikationen USD 1.0 Mrd. erreichen könnte. Aufgrund der positiven Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit der Kombination von Kalydeco und dem CFTR-Korrektor VX-809, die im Juni 2014 veröffentlicht wurden, kann mit Vertex die Behandlung von etwa 45% der Patienten, die in den USA und Europa hinsichtlich der häufigsten Mutation homozygot sind, erfolgen. Mit dieser Ausweitung des Labels erwarten wir, dass die Umsätze von Kalydeco und der Kombination Kalydeco/VX-809 etwa USD  4.0  Mrd. erreichen dürften. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Korrektoren, die in Kombination mit Kalydeco und VX-661 zur zielgerichteten Behandlung der übrigen Patienten eingesetzt werden können, die hinsichtlich der Mutation heterozygot sind. Die im November veröffentlichten Ergebnisse von Phase-III-Studien fielen äusserst positiv aus. Wir erwarten die Zulassung 2019.

2.0%

Voyager Therapeutics

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Voyager Therapeutics

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Voyager ist ein auf klinischer Stufe arbeitendes Biotechunternehmen, das sich auf die Entwicklung neuartiger Gentherapien zur Behandlung von ZNS-Erkrankungen fokussiert. Leitwirkstoff des Unternehmens ist VY-AADC, eine AAV-basierte Gentherapie, die eine Steigerung der Expression des Enzyms anstrebt, das für die Umwandlung von Levodopa in Dopamin (AADC, L-Aminosäuren-Decarboxylase) im Gehirn von Patienten mit Parkinson-Erkrankung verantwortlich ist. Voyager rekrutiert gegenwärtig Patienten für eine Phase-II-Studie zu seinem Leitwirkstoff VY-AADC. Sie stellt die erste von zwei Sham-kontrollierten Studien für die Zulassung dar. 2020 soll eine Phase-III-Studie initiiert werden, die als zweite zulassungsrelevante Studie dienen soll. Das Unternehmen entwickelt darüber hinaus andere AAV-Vektoren, die eine Steigerung der Expression eines Schlüsselgens bei Friedreich-Ataxie, die Bereitstellung monoklonaler Antikörper oder das Gen-Silencing beziehungsweise -Knockdown unter Zuhilfenahme von Micro-RNAs zum Ziel hat bei Krankheiten wie der familiären, monogenetisch vererbten ALS (SOD1) und der Huntington-Krankheit. Voyagers Forschungsplattform hat Programme zu fünf ZNS-Erkrankungen generiert. In den kommenden 18 bis 24 Monaten möchte das Unternehmen mindestens drei weitere klinische Programme initiieren.

1.1%

Wave Life Sciences

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Wave Life Sciences

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Wave ist ein führendes Unternehmen im Bereich der Stereochemie, das sich vor allem auf Antisense-Oligonukleotide (ASOs) und Exon-Skipping fokussiert. Einfach ausgedrückt behandelt die Stereochemie den dreidimensionalen Aufbau der Moleküle und dessen Auswirkungen auf deren chemische Eigenschaften. Derzeitige ASOs können hunderttausende unterschiedliche Enantiomere enthalten («stereomixture»), von denen viele keine positive Wirkung zeigen, aber toxisch wirken können. Wave ist in der Lage, spezielle Einzelmoleküle zu entwickeln («stereopure»), die die vom Unternehmen gewünschten Eigenschaften aufweisen. Auf diese Weise lässt sich unter Umständen die Wirkstärke (von Medikamenten) verbessern und die Toxizität minimieren. Der Leitwirkstoff des Unternehmens zur Behandlung der Huntington-Krankheit befindet sich in Phase I/II der klinischen Entwicklung und richtet sich gegen sehr spezifische Punktmutationen mit dem Ziel, das mutierte Protein zu zerstören. Entsprechende Studiendaten werden für Anfang 2019 erwartet. Für sein zweites Programm zum Skipping von Exon 51 bei Muskeldystrophie Duchenne (DMD) hat Wave vor kurzem eine klinische Studie der Phase  I initiiert.