Wachstumstreiber

Die moderne Biotechnologie gilt als eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Sie zählt heute mit einer geschätzten Wachstumsrate von mehr als 10% p.a. zu den interessantesten Wachstumsindustrien überhaupt. Während der Umsatz 2017 noch USD 137 Mrd. betrug, dürfte er sich bis 2022 auf knapp USD 230 Mrd. erhöhen.

Steigende Lebenserwartung

Die höhere Lebenserwartung ist eine der grössten Errungenschaften unserer Zivilisation. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird sich die Erdbevölkerung zwischen 2010 und 2050 um ein Drittel auf 9.1 Milliarden Menschen vergrössern. Der Anteil der über 60-Jährigen wird sich dabei von 760 Millionen auf 2 Milliarden verdreifachen. Doch mit steigendem Alter nimmt auch das Risiko für altersbedingte Krankheiten zu, was eine immense Belastung für unser Gesundheitssystem darstellt.

Zusätzlich ist die Nachfrage nach der Behandlung von altersbedingten neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer gestiegen und kann mit heutigen Therapien noch nicht genügend befriedigt werden, was grosse, unerschlossene Märkte bedeutet.

Ungesunder Lebensstil und seine Folgen

Neben der Überalterung wird das Wachstum der Biotechnologiebranche auch durch den sich ausbreitenden westlichen Lebensstil getrieben. Gemäss WHO waren 2008 bereits 1.4 Milliarden Menschen übergewichtig, Tendenz steigend. Die krankhafte Ausprägung von Übergewicht (Adipositas) führt zum sogenannten metabolischen Syndrom, das Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Verkalkung der Herzkranzgefässe und veränderte Blutfettwerte beinhaltet.

Freundliches regulatorisches Umfeld

Das regulatorische und politische Umfeld für Biotechs hat sich weltweit klar verbessert. Durch die verstärkte Zusammenarbeit mit den Zulassungsbehörden hat sich das Risiko von klinischen Fehlschlägen verringert. In den USA verkürzt sich das Zulassungsverfahren um einige Monate, wenn dem Medikament der sogenannte „Priority“-Status verliehen wird.

Ein gutes Beispiel dafür, dass gewisse Therapiebereiche sogar gezielt durch regulatorische Anreize gefördert werden, sind beispielsweise der „GAIN Act“ für Antibiotika und der „Orphan Drug Act“ für seltene Erkrankungen. Beide gewähren Unternehmen unter anderem verlängerte Marktexklusivität und Steuererleichterungen. Ähnliche Gesetze gibt es heute auch in Asien und Europa.

Obwohl die teilweise hohen Preise für Medikamente immer wieder für politische Diskussionen sorgen, ist klar, dass die Medikamentenpreise die Entwicklungskosten decken müssen und dass gerade neue Therapieansätze mit Biotechs das Gesundheitssystem zwar kurzfristig belasten, langfristig jedoch kostensenkend wirken, da sie bisher kostspieligere Therapien ersetzen können.

Dass Innovation in den USA nach wie vor ein wichtiges Thema ist, zeigt auch die Verabschiedung der neuen PDUFA-Richtlinien (PDUFA VI) in den USA. Das neue Gesetz stellt die konsequente Finanzierung der FDA für die Geschäftsjahre 2018–2022 sicher. So bleibt die US-Zulassungsbehörde in der Lage, die Zulassung bedeutender neuer Medikamente nach wie vor zu überwachen und zu regeln..Nicht zuletzt dieses regulatorische Umfeld hat dazu geführt, dass mittlerweile über die Hälfte aller neuen Medikamente aus Biotech-Labors stammen.

Allein im Jahr 2018 wurden in den USA 59 neue Produkte zugelassen, mehr als in jedem der zwanzig vorherigen Jahre: 30 dieser Produkte wurden von Biotechunternehmen, 19 von grossen Pharmakonzernen und 10 von Spezialpharmafirmen und Generikaherstellern entwickelt. Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur hat 2018 insgesamt Zulassungsempfehlungen für 42 neue aktive Wirkstoffe ausgesprochen, von denen 17 von Biotechfirmen und 25 von Pharmariesen und Spezialitätenpharmaunternehmen stammen.

Technologischer Fortschritt

Auch 2019 wird wichtige technologische Fortschritte bringen, die in den kommenden Jahren neue Behandlungsmodalitäten ermöglichen, um dem ungedeckten medizinischen Bedarf vieler Patienten zu begegnen. Daher konzentriert sich die Vermögensallokation von BB Biotech nicht nur auf die etablierten Bereiche – wie etwa die Onkologie, seltene Krankheiten und neurologische Indikationen – sondern auch auf Zukunftstechnologien, die möglicherweise neuartige Behandlungsmethoden mit einem vielversprechenden therapeutischen Profil und wirtschaftlichem Nutzen bieten. So geht BB Biotech beispielsweise davon aus, dass RNA- basierte Arzneimittel – sie befinden sich für seltene und schwere Erkrankungen derzeit in der frühen Marktlancierung – in den kommenden Jahren mit weiteren Produkten auch grösseren Patientenpopulationen zugänglich gemacht werden. Indessen dürften potenziell Gentherapien mit Heilungspotenzial, die nur ein einziges Mal angewendet werden, in absehbarer Zukunft bei seltenen monogenetischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Wie bereits in der Vergangenheit wird BB Biotech ihr Portfolio auch in Zukunft weiterhin um Unternehmen ergänzen, die frühklinische Entwicklungsprogramme in besagten Bereichen vorantreiben. Infolgedessen wird BB Biotech ihre derzeitige Fokussierung auf kleinmolekulare Wirkstoffe und Biologika im Laufe der Zeit um neuartige Behandlungsmodalitäten erweitern, die auf Technologien basieren, denen die Portfoliomanager in den kommenden Jahrzehnten die Entwicklung hochwertiger medizinischer Lösungen für schwerwiegend erkrankte Patienten zutrauen.